Zum Umgang mit dem Bestimmungsschlüssel
Bei dem Bestimmungsschlüssel in Amphis handelt es sich um einen sogenannten binären Bestimmungsschlüssel. Das bedeutet, dass man immer vor zwei Möglichkeiten gestellt wird, z.B. "1 - das Tier hat einen Schwanz" und "2 - das Tier hat keinen Schwanz". Die Möglichkeit, die auf das einem vorliegende Tier zutrifft, wird ausgewählt (z.B. Möglichkeit 1). Als nächstes erscheinen zwei neue Möglichkeiten ("1 - Schwanz im Querschnitt rund" vs. "2 - Schwanz im Querschnitt seitlich abgeflacht"). Dies geht so lange weiter, bis man bei einer Art (z.B. Feuersalamander) angekommen ist.
Bei charakteristischen Arten kann es unter Umständen reichen, nur anhand der Bilder zu bestimmen. Bei schwierigeren Arten oder wenn man noch wenig Übung im Bestimmen von Amphibien hat, sollte unbedingt die zugehörige Merkmalsbeschreibung durchgelesen werden. Dabei ist es wichtig, alles und sorgfältig zu lesen. Formulierungen wie "Oberseite häufig mit unregelmäßigen, braunen Flecken" weisen z.B. darauf hin, dass diese Flecken auch fehlen können - es ist nur nicht "häufig", die Wahrscheinlichkeit, dass einem eine "Ausnahme" untergelaufen ist, ist eher gering.
Begriffserklärungen
- Flossensaum
- eine einen längeren Bereich des Körpers umlaufende, leicht bis stark transparente "Verlängerung" der Haut, die der Fortbewegung im Wasser dient.
- Kloake
- Öffnung der inneren Organe (Verdauungs- und Fortpflanzungsorgane), bei Molchen und Salamandern am Schwanzansatz gelegen; Form und Farbe zuweilen für die Geschlechterbestimmung relevant.
- Kamm
- bei Molchen: zackenförmiger Hautlappen entlang von Schwanz und Rücken; in der Wassertracht bei Kammolchmännchen (Name!).
- Fersenhöcker
- schwielenartige Verdickung an der Ferse der Hinterbeine
- Ohrdrüsen
- Verdickungen an den Seiten des Kopfes hinter den Augen. Hautdrüsen, die verschiedene Sekrete absondern können, sind dort lokalisiert.
- Drüsenleiste
- schmale, leistenförmige Erhebung entlang der Rückenseiten. Hautdrüsen, die verschiedene Sekrete absondern können, sind dort lokalisiert.
- Trommelfell
- kreisförmiger, glatter Bereich hinter den Augen
- Brunftschwielen
- besonders während der Paarungszeit ausgeprägte Verdickungen an bestimmten Stellen der Vorderfüße männlicher Tiere; helfen beim "Festklammern" am Körper der Weibchen (viele Frösche und Kröten lassen sich während der Wanderung im Frühjahr vom Weibchen zum Gewässer tragen, damit sie die ersten sind, die den Laich befruchten).
- Rückenstreifen
- farblich abgesetzter Streifen entlang der Wirbelsäule
Ausführliche Bestimmungshilfe
Zuletzt sei noch erwähnt, dass dieser Bestimmungsschlüssel als eine erste Orientierung gedacht ist. Wer sich tiefer mit den Merkmalen unserer heimischen Amphibien beschäftigen möchte, sollte auf entsprechende Literatur zurückgreifen. Beispielsweise hat der Arbeitskreis Amphibien und Reptilien NRW eine ausführliche Bestimmungshilfe als PDF bereitgestellt.
Direkt zu den Art-Portraits
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Bergmolch
(Ichthyosaura alpestris, Art)
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Europäischer Laubfrosch
(Hyla arborea, Art)
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Erdkröte
(Bufo bufo, Art)
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Wechselkröte
(Bufotes viridis, Art)
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Teichfrosch
(Pelophylax „esculentus“, Art)
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Grasfrosch
(Rana temporaria, Art)
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Kreuzkröte
(Epidalea calamita (Bufo calamita), Art)
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Alytidae
(Alytidae, Art)
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Gemeine Geburtshelferkröte
(Alytes obstetricans, Art)
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Feuersalamander
(Salamandra salamandra, Art)
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Teichmolch
(Lissotriton vulgaris, Art)
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Nördlicher Kammmolch
(Triturus cristatus, Art)
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Rotbauchunke
(Bombina bombina, Art)
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Gelbbauchunke
(Bombina variegata, Art)
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Moorfrosch
(Rana arvalis, Art)
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Knoblauchkröte
(Pelobates fuscus, Art)
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Springfrosch
(Rana dalmatina, Art)
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Fadenmolch
(Lissotriton helveticus, Art)
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Kleiner Wasserfrosch
(Pelophylax lessonae, Art)
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Seefrosch
(Pelophylax ridibundus, Art)
Hat das Tierchen einen Schwanz?
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Hat das Tierchen Flecken?

Körper schwarz, ohne Flecken
→
Alpensalamander Salamandra atra
der war's!
Körper schwarz mit gelben Flecken
→ Feuersalamander Salamandra salamandra
der war's!
← zurück
Fast geschafft!
Flecken auf der Bauchseite größer als auf der Kehle; Rücken graublau, oft mit vielen weißen Punkten, vor allem an den Flanken; Tier 11-14cm lang
→ Kammmolch Triturus cristatus
der war's!
(Männchen mit schwarzer Kloake, schwarzer Schwanzunterkante und weißlichem Streifen seitlich am Schwanz, im Wasser mit hohem Kamm; Weibchen mit gelber Schwanzunterkante, heller Kloake, Seite des Schwanzes ist dunkel; kein Kamm im Wasser.)
Flecken auf Bauch und Kehle etwa gleich groß; Tier ist 6-10cm lang
→ Teichmolch Triturus vulgaris
der war's!
(Männchen mit großen Flecken auf Bauch und Kehle, Kloake erbsenförmig und dunkel; Weibchen mit z.T. wenigen und sehr kleinen Punkten auf Bauchseite und Kehle (letztere gelegentlich ohne Flecken), Kloake linsenförmig und hell - Weibchen mit sehr wenigen Flecken können mit Fadenmolchweibchen verwechselt werden!)
← zurück
Fast geschafft!
Oberseite blau bis grauschwarz, Bauch tiefgelb bis leuchtend orange, ungefleckt, Kehle manchmal gefleckt
→ Bergmolch Ichthyosaura alpestris
der war's!
(Männchen 7.5-8.5cm lang, mit sehr deutlich schwarz gepunktetem Seitenband (in Wassertracht mit schillernd-blauem Untergrund), Kloake erbsenförmig; Weibchen 8-10cm lang, ohne gepunktetem Seitenband oder dieses nur schwach ausgeprägt; in der Wassertracht mit marmorierter Rückenzeichnung; Kloake linsenförmig)
Oberseite (schmutzig-)gelb bis bräunlich-oliv, Bauch gelb bis schwach orange, höchstens mit einzelnen dunklen Tupfen, aber meist ungefleckt, Kehle ungefleckt; Tier 6.5-8.5cm lang
→ Fadenmolch Triturus helveticus
der war's!
(Männchen (besonders in Wassertracht) mit kleinem Faden an der Schwanzspitze, dunklen Hinterfüßen und erbsenförmiger, dunkler Kloake; Weibchen ähneln Teichmolchweibchen, haben aber meist eine ungefleckte, transparent erscheinende Kehle; oft ungefleckten Bauch, helle Hinterfüße und helle, linsenförmige Kloake)
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Fast geschafft!
Unterseite mit gelben (bis gelb-orangen) Flecken, höchstens mit wenigen weißen Punkten
→ Gelbbauchunke, Bergunke Bombina variegata
die war's!
Unterseite mit roten (auch orangeroten) Flecken und weißen Punkten
→ Rotbauchunke, Tieflandunke Bombina bombina
die war's!
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Haben die zehen Haftscheiben?
Spitzen der Finger und Zehen zu runden Haftscheiben erweitert; Haut glatt, meistens grasgrün bis gelblich (dunklere Farbtöne auch möglich)
→ Laubfrosch Hyla arborea
der war's!
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Fast geschafft!
Kleine, helmartige Erhebung auf Kopfmitte (kann schlecht sichtbar sein), innerer Fersenhöcker mit horniger Grabschwiele, Oberseite mit großen dunklen Flecken, Unterseite hell mit kleineren grauen Flecken
→ Knoblauchkröte Pelobates fuscus
die war's!
An beiden Körperseiten eine Reihe großer Warzen (können rötlich sein); innerer Fersenhöcker ohne Grabschaufel
→ Geburtshelferkröte Alytes obstetricans
die war's!
(Männchen zur Paarungszeit ein Eigelege tragend, Kehle kann leicht gefleckt sein; Weibchen während der Paarungszeit mit durch die Bauchhaut hell schimmerndem Laich)
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Wie gelenkig ist das Tier?
Fersengelenk reicht über die Schnauzenspitze hinaus (nur bei erwachsenen Tieren) (Bild rechts: a); Trommelfell etwa so groß wie Auge; Unterseite weißlich, ohne Flecken oder Punkte
→ Springfrosch Rana dalmatina
der war's!
(Männchen mit hellen Brunftschwielen an den inneren Fingern der Vorderbeine, 4.5-5.5cm lang; Weibchen ohne Brunftschwielen, 5.5-6.5cm lang)
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Fast geschafft!
Schnauze zugespitzt (Vergleich mit Grasfrosch notwendig); oft mit hellem Rückenstreifen und hellen, scharf abgesetzten Drüsenleisten; Fersengelenk reicht meist etwa bis Schnauzenspitze; Tier 3.5-6cm lang
→ Moorfrosch Rana arvalis
der war's!
(Männchen mit deutlich kräftigeren Armen als Weibchen und mit dunklen Brunftschwielen an inneren Fingern der Vorderbeine, können zur Paarungszeit kräftig blau gefärbt sein)
Schnauze stumpf (Vergleich mit Moorfrosch) glatte Haut, häufig gefleckt, Färbung aber variabel; gut sichtbares Trommelfell; Fersengelenk selten bis Schnauzenspitze reichend
→ Grasfrosch Rana temporaria
der war's!
(Männchen mit sehr kräftigen Armen und zur Paarungszeit dunklen Brunftschwielen an inneren Fingern der Vorderbeine, 6.5-8.5cm lang; Weibchen 7-9cm lang, dünnere Arme und ohne Brunftschwielen)
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Fast geschafft!
Hinterseite der Oberschenkel oben graugrün und grünlich-weiß marmoriert (nie gelb); Oberseite häufig mit unregelmäßigen, braunen Flecken; Fersenhöcker klein, stumpf, flach
→ Seefrosch Rana ridibunda (Verwechslungsgefahr mit Teichfrosch!)
der war's!
Hinterseite der Oberschenkel oben gelb bis orange und schwärzlich marmoriert; Fersenhöcker groß, halbkreisförmig oder dreieckig
→ Kleiner Wasserfrosch Rana lessonae und Teichfrosch Rana kl. esculenta (schwer unterscheidbar; R. esculenta Hybrid von R. lessonae und R. ridibunda)
→ Grasfrosch Rana temporaria
der war's!
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Fast geschafft!
Oberseite in der Mitte mit hellgelber Längslinie; Augen gelblich bis grünlich, nicht gold- bis bronzefarben
→ Kreuzkröte Bufo calamita
der war's!
(Männchen mit bläulicher Kehlregion und während der Paarungszeit Brunftschwielen an den ersten drei Fingern; Weibchen mit weißlicher Kehlregion und ohne Brunftschwielen)
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Fast geschafft!
Oberseite hell mit grünen Flecken; Bauchseite hell, manchmal mit kleinen dunkelgrünen Flecken; Augenfarbe eher gelblich bis grünlich statt gold- bis bronzefarben
→ Wechselkröte Bufo viridis
die war's!
Oberseite (dunkler bis hell-)braun, einfarbig oder dunkel (nie grün) gefleckt; Augen gold- bis bronzefarben; helle Bauchseite mit grau-bräunlichen Flecken
→ Erdkröte Bufo bufo
die war's!
(Männchen 6-8cm lang, mit kräftigen Unterarmen und zur Paarungszeit dunklen Brunftschwielen an den ersten (inneren) zwei Fingern; Weibchen 7-10cm lang, schmalere Arme, keine Brunftschwielen, während der Paarungszeit häufig mit "dickem Bauch" (Laich))
verändert aus "Brohmer – Fauna von Deutschland", Matthias Schaefer, Hrsg.: Quelle & Meyer, 23. Ausgabe (2010), S. 646-651; Ergänzungen unter Zuhilfenahme von "Amphibien bestimmen – am Land und in Wasser" von Burkhard Thiesmeier, Laurenti-Verlag (2015)