Amphis ist eine Online-Plattform zur Koordination und Erfassung der Amphibienwandungerung im Frühjahr.
Hintergrund: Wir können nur schützen, was wir kennen
Diese Wahrheit gilt im gesamten Naturschutzbereich und bildet die Grundmotivation für akademische Forschung und ehrenamtliche Feldarbeit gleichermaßen. Im Kontext des Amphibienschutzes betrachtet: Damit wir sinnvolle und kosteneffiziente Schutzmaßnahmen für gefährdete Amphibienpopulationen schaffen können, müssen wir zuerst wissen, wo überhaupt schützenswerte Populationen existieren, was ihre Bedrohungen darstellen und welche Schutzmaßnahmen wie effektiv sind. Lokale Naturschutzvereine, Biologische Stationen und aktive Einzelpersonen sind hier an erster Stelle zu nennen, wenn es darum geht, diese Sachverhalte festzustellen und zu beobachten. Die Liebe zur Natur an sich, das Interesse an der Biodiversistät oder an einzelnen Spezies ist hier oftmals der treibende Faktor und die Notwendigkeit des nicht zu unterschätzenden Aufwands z.B. für die tägliche Krötenzaunkontrolle kann hier als selbstverständlich oder wenigstens einfach nachvollziebar angesehen weden.
Allerdings werden viele politische Entscheidungen z.B. über die Finanzierung solcher Maßnahmen an anderer, behördlicher Stelle entschieden. Entscheidungsträger in der Politik wie in der Privatwirtschaft gleichermaßen benötigen neben allgemeiner Aufklärung über die Möglichkeiten und Notwendigkeiten der zu treffenden Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen vorallem eines: belastbare Zahlen und Zusammenhänge zu fassbaren
Ereignissen und bekannten, politischen und sozialen Sachverhalten.
Unternehmen, die durch ihre wirtschaftliche Tätigkeit größere Eingriffe in bestehende Ökosysteme vornehmen, z.B. Stein- und Kiesgruben, Braunkohle-Tagebau sind von Gesetzes wegen verpflichtet, ökologisch sinnvolle Ausgleichsmaßnahmen zu treffen. Gleiches gilt natürlich für bauplanerische und ähnliche Aktivitäten mit entsprechenden Auswirkungen. Manchmal sind beachtliche finanzielle Summen im Spiel, welche möglichst sinnvoll in Artenschutz- und Erhaltungsmaßnahmen investiert werden können und sollen. Doch Welche Arten sind an welchen Stellen in welchem Maße überhaupt betroffen? Wo wäre welche Maßnahme besonders effektiv und wo wäre das Geld buchstäblich in den Sand gesetzt?
Zahlen und Fakten
Sehr viel notwendiger ehrenamtlicher Aufwand im Zeichen des Artenschutzes läuft ab, ohne dass nebenbei wenigstens grobe Zahlen erfasst werden. Viele Zahlen wiederum, welche erfasst werden, schlummern in Papierberichten und privaten Excel-Tabellen und bieten allenfalls Einzelpersonen als Informationsquelle. Einzelne mehr oder minder bekannte Beobachtungsportale im WWW bieten öffentliche oder halböffentliche Daten über einzelne Standorte, sind aber nicht untereinander vernetzt. Das sollte sich in einer Zeit, wo immer mehr offene, gemeinschaftlich gepflegte Datenquellen zur Verfügung stehen, auch im Bereich des lokalen und regionalen Artenschutzes ändern.
Aus diesem Gedanken ist Amphis entstanden. Es sollte eine Lücke zwischen allgemeinen Beobachtungsportalen wie observation.org und zwar auf die Schutzzaunbetreuung gerichtete, aber veraltete Schutzzaundatenbank des NABU schließen. Erstere Portale unterstützen im Allgemeinen keine kollaborative, letzten Endes als Monitoring-Programe zu bezeichnende Beobachtungs
-Projekte. Hier stehen Speziesnachweise im Vordergrund, seltener die langfristige Populationskontrolle und die Beobachtungsplanung. Diese Aufgabe übernimmt hingegen die Schutzzaundatenbank, welche über einfache Betreuerlisten eine Einsatzplanung pro Zaunstandort anbietet und jeweils die Jahressummen der beobachteten Tiere erfasst. Das Fehlerpotenzial bei der Datenpflege über die Schutzzaundatenbank war und ist jedoch sehr hoch, zumal jedermann im Internet schreibenden Zugriff auf alle Daten hat (einzige Sicherheitsmaßnahme
ist, dass die Einstiegsseite nicht auf amhibienschutz.de direkt verlinkt ist).
Entwicklung und Betrieb von Amphis
Amphis wird derzeit von 📧 Willem van Kerkhof weiterentwickelt und betrieben, allerdings mit dankbarer Unterstützung von den unter Dank und Quellennachweise genannten Personsn.
Wer Zeit, Lust und Programmierkenntnisse (Ruby on Rails, HTML5, Javascript) besitzt, ist herzlich eingeladen, sich an der Weiterentwicklung zu beteiligen. Es gibt genug zu tun und die Liste der Ideen und Wünsche der Anwender wächst während der Amphibienwanderung fast täglich.
Wer als Anwender Ideen, Anregungen, Fragen oder Verbesserungsvorschläge aller Art hat, die noch nicht im Issue-Tracker erfasst sind, darf sich ebenfalls jederzeit per E-Mail vertrauensvoll an 📧 developer@rails-apps.de wenden.